Windkraftanlagen in Euba? - Nein, danke!

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Offener Brief von Julia Fromme an den Planungsverband der Region Chemnitz

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Besorgnis habe ich zur Kenntnis genommen, dass in unmittelbarer Nähe der besiedelten Fläche des Chemnitzer Ortsteiles Euba der Bau von neun Windkraftanlagen, davon zwei mit einer Gesamthöhe von 150 Metern, geplant ist.

Dagegen möchte ich entschieden Einspruch erheben.

Obwohl es im Grunde genommen positiv zu bewerten ist, dass Energie aus fossilen Brennstoffen und Kernkraft durch erneuerbare Energie ersetzt wird, sollte man doch dabei bedenken, ob es rechtens ist, im Gegenzug dazu die Natur, d. h. die gesamte Flora und Fauna der entsprechenden Gebiete zu gefährden oder gar zu zerstören, zumal bereits jetzt mehr Energie aus alternativer Energiegewinnung in die Netze eingespeist wird, als benötigt.

In dem geplanten Gebiet, u.a. an der Plauer Straße, gibt es, wie in der gesamten Umgebung rund um Euba, eine Menge Tiere, deren Population durch den Bau von Windrädern empfindlich dezimiert, wenn nicht gar zerstört werden würde. Dazu gehören u.a. der Mäusebussard, der Rote Milan,der Falke, der Reiher oder die Feldlerche, außer den unzähligen anderen Vögeln, die dann Gefahr laufen, verletzt und getötet zu werden und deren Siedlungsraum damit vernichtet wäre.

Noch schlimmer zu bewerten ist die Belastung der Bevölkerung durch die unmittelbare Nähe der Windkraftanlagen. Der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Abstand zu Siedlungsgebieten von 750 – 1000 Metern, abhängig von der Höhe der Anlagen, ist ohnehin schon als zu gering zu betrachten. Sechs von zehn Landkreisen in Sachsen haben den Abstand deshalb bereits um 50% angehoben. Der Abstand der Windkraftanlagen zu den Wohngebieten in Euba ist daher grenzwertig.

Ebenso abzulehnen ist die Zumutung, die sich aus dem entstehenden Geräuschpegel ergibt, den die in Betrieb genommenen Windanlagen erzeugen. Der Geräuschpegel zur Ortschaftslage Euba beträgt bei einem Abstand von 1000 Metern immer noch 45 dB. Dadurch würde besonders die Nachruhe der Anwohner empfindlich gestört. Hier sind bereits 40 dB als gesundheitsschädlich anzusehen. Dauerhafte gesundheitliche Schäden wie Schlafstörungen, Bluthochdruck, Panikattacken, Unwohlsein, Stress, Tinitus, Übelkeit, um nur einige zu nennen, sind die Folge. Weiterhin birgt der sog. Infraschall hohe gesundheitliche Risiken, zumal er vom menschlichen Gehör nicht empfunden wird.
Auch das empfindliche Gehör der meisten Tiere kann hier Schäden erleiden und erfüllt somit den Tatbestand der Tierquälerei.

Nicht zuletzt würde das Ortsbild nachhaltig beeinträchtigt. Die schöne und kulturhistorisch einzigartige Natur wäre zerstört. Der Wert des Landstriches, vor allem in und um das Waldgebiet der Struth als Erholungsgebiet - besonders beliebt zum Wandern, Rad fahren, Spazierengehen oder Joggen - wäre stark reduziert. Das, was Euba gegenüber vielen anderen Landschaften um die Großstadt auszeichnet, nämlich die Erholung in einer intakten Natur und damit auch eine hohe Wohnqualität, erführe damit eine starke Minderung. In der Folge würde auch der Wert der Grundstücke und Immobilen fallen. Im Gegenzug dazu aber der Zuzug nach Euba nicht ansteigen, sondern auf Grund der gefallenen Wohn- und Erholungsqualität sinken.

Ich betone nochmals, mit der geplanten Errichtung von Windkraftanlagen in der unmittelbaren Umgebung von Euba nicht einverstanden zu sein, und fordere Sie dazu auf, andere, besser geeignete, Standorte zu prüfen, die weder Mensch noch Tier und Natur schädigen.

Mit freundlichen Grüßen
Julia Fromme
Einwohnerin von Euba

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